Als Besitzer einer Solaranlage, haben Sie die Möglichkeit autark vom regulären Stromnetz leben zu können. Sie müssen also nicht mehr den teuren Strompreis bezahlen, sondern erzeugen einfach Ihren eigenen. Das ist die Idee hinter einer Solaranlage, doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus. In der Realität wird nur ein Teil des erzeugten Stroms auch für sich selbst genutzt. Der restliche Strom wird im Stromnetz eingespeist, da er in dem Moment nicht benötigt wird.

Wenn es regnet oder nachts ist, muss der Strom zudem von der Steckdose geholt werden, da die Solaranlage keinen Strom generiert.

Wann lohnt es sich den Strom zu speichern?

Bei den Solaranalgen, die früher, noch vor 2010, entwickelt wurden, hat sich das Speichern von Solarstrom noch nicht rentiert. Da es die Einspeisevergütung gibt, hätte es mehr Sinn macht den Strom ins Netz einzuspeisen, als ihn selbst zu nutzen. 30 Cent gab es für jede Kilowattstunde.

Bei den neueren Photovoltaik-Anlagen sieht die Welt aber anders aus. Dort bekommt der Besitzer der Solaranlage Geld für die Eigenverbrauchsvergütung, sobald der Strom selbst verbraucht wurde. Mit dem Verkauf von selbst produziertem Strom lässt sich heutzutage nicht mehr so viel Geld verdienen.

Der Schlüssel zu einer rentablen Photovoltaikanlage ist also der Eigenverbrauch. Je mehr Sie vom selbst produzierten Strom verbrauchen, desto mehr rentiert sich die Investition in die Solarenergie, da dann weniger Strom aus der Steckdose zugekauft werden muss.

Das Problem dabei: Solarstrom fällt nicht gleichmäßig an. Den höchsten Ertrag erzielt man über den Mittag und im Sommer, diese Zeiten decken sich jedoch nicht immer mit den Zeiten des höchsten Verbrauchs.  

Daher produziert die Anlage zu bestimmten Zeiten überschüssigen Strom und wer diesen Strom nun für die zeitversetzte Nutzung speichert, erhöht den Eigenverbrauch und die Unabhängigkeit vom Stromlieferanten.

Batteriespeicher für Solarstrom

Ein Batteriespeicher hilft dabei den Eigenverbrauch zu steigern. Wenn mehr Strom produziert wird, als gerade benötigt wird, wird die Batterie geladen. Wenn also abends Strom benötigt wird, kann man den gespeicherten Strom aus der Batterie nutzen. Erst dann, wenn der gespeicherte Strom nicht mehr den Bedarf decken kann, wird Strom aus der Steckdose bezogen.

Welche Batterie kommt nun für welche Anlage

Egal ob Sie eine normale PV-Anlage, ein Solarterrassendach oder ein Solarcarport besitzen – alle speisen auf denselben Weg den Solarstrom in eine Batterie ein. Die Größe der Batterie sollte zum Verbrauch und zum Größe der Solaranlage passen. In der Regel sagt man, dass ein Kilowatt Solarleistung eine Kilowattstunde Speicherkapazität gegenüberstehen sollte.

Sie müssen zudem beachten, dass nicht 100 % der Leistung, die von einem Solarterrassendach beispielsweise über ein Jahr erzeugt wird, an den Speicher weitergegeben werden kann. Es gibt nämlich immer einen kleinen Verbrauch, der bei der Umwandlung entsteht.

Die Kilowattstunden geben an, wie viel Energie ein Speicher in einem Zeitraum aufnehmen oder abgeben kann. Bei einer Batterie mit 6 Kilowattstunde kann also über 6 Stunden e1kWh abgegeben werden. Theoretisch könnte sie auch 2kWh in einer Stunde abgeben und wäre damit in 3 Stunden leer. Es kommt dabei ganz auf den Verbrauch des Haushaltes an. Dasselbe Prinzip gilt auch für die Ladeleistung.

Natürlich spielt auch das Budget eine Rolle. Je mehr Budget vorhanden ist desto größer und besser fällt der Speicher aus. Sie sollten sich bestenfalls einmal beraten lassen, um eine Batterie zu finden, die auf Ihre Ansprüche zugeschnitten ist.

Blei oder Lithium – Was lohnt sich mehr?

Selbst mit einer kleinen Batterie kann ein Haushalt in der Regel bis zu 50 % des eigenen Verbrauchs selbst finanzieren. Bei größeren Batterien können es schon schonmal 70-90% sein. Früher wurden vermehrt Bleibatterien eingesetzt, da diese als sicher und geprüft galten. Das Speichervermögen ist jedoch bei Lithiumbatterien höher und Lithiumbatterien benötigen weniger Platz. Mittlerweile sind Lithiumbatterien zum Industriestandard geworden, denn Sie speichern mehr Strom bei weniger Kosten.

Was sind weitere Vorteile der Lithium-Ionen-Akkus?

Die Entladetiefe ist höher. Dies bedeutet, dass bis zu 90 % der gespeicherte Energie genutzt werden kann, ohne das diese Schade nehmen. Bei Bleibatterien sind es lediglich 50 %. Außerdem ist die Lebensdauer deutlich höher. Gute Akkus aus Lithium lassen sich 4000-mal laden und entladen und hält damit bis zu 20 Jahre.