Konventioneller Strom ist out – in den letzten Jahren sind Solaranlagen in Deutschland längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wer sich für die Installation einer Photovoltaikanlage auf seinem Dach interessiert, stellt sich natürlich vor allem die Frage, ob sich dies finanziell überhaupt lohnt – und wie hoch die Kosten ausfallen werden. Hier spielen unterschiedliche Faktoren mit hinein, wie beispielsweise die Dimension der Anlage, die individuellen Anforderungen sowie auch die Kosten für die Montage und die Wartung. Dazu kommen noch weitere Ausgaben, wie Planungskosten, die Kosten für die Inbetriebnahme und mehr. Alles, was Sie zum Thema Photovoltaikanlage Kosten wissen müssen, stellen wir Ihnen im nachfolgenden Ratgeber genauer vor.

Die Planung einer Solaranlage: Wie groß sollte eine Photovoltaikanlage sein?

Die richtige Größe einer Solaranlage sowie ihres Energiespeichers hängt in erster Linie davon ab, wie viel Strom pro Jahr im Haus verbraucht wird. Eine Familie mit vier Personen verbraucht beispielsweise jährlich rund 5.000 kWh Strom (Durchschnittswert). Damit ein möglichst hoher Verbrauch ohne Speicherung erzielt werden kann, sollte die Solaranlage im besten Fall etwa 25 % mehr Energie herstellen als verbraucht werden muss. Eine entscheidende Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass das Dach dafür groß genug ist und genügend Sonne darauf einfallen kann. Der genaue Energieertrag einer Solaranlage längt vom Standort, der Region, der Ausrichtung der Module sowie auch ggf. Schattenstunden am Tag ab. In Deutschland liegt der durchschnittliche Ertrag bei jährlich rund 900 bis 1.000 kWh.

Was kostet eine Solaranlage? Die Entwicklung der Photovoltaik Preise

Weil die Produktionskosten geringer und die Stückzahlen höher geworden sind, haben sich die Preise für Photovoltaik in den vergangenen Jahren deutlich vergünstigt. Zudem wurden innovative Fertigungstechnologien entwickelt und die Solarzellen weisen einen höheren Wirkungsgrad auf als noch vor einigen Jahren. So sind heute vergleichsweise weniger Solarzellen für denselben Ertrag wie vor beispielsweise zehn Jahren erforderlich.

Wenn man einen Vergleich der unterschiedlichen Anlagenformen durchführt, so lässt sich erkennen, dass die Preise generell tendenziell zu sinken scheinen. So ist es für Hausbesitzer heutzutage verlockender denn je, in Photovoltaik zu investieren. Auch weil die Anzahl der Anbieter, die Solaranlagen herstellen, stetig zunehmen und deren Kapazitäten sich zunehmend erweitern, können sie ihre Anlagen zu attraktiven Preisen anbieten – wovon Hausbesitzer natürlich profitieren.

Wer auf der Suche nach der richtigen Photovoltaikanlage für sein Zuhause ist, sollte nicht beim erstbesten Angebot einfach blind zugreifen, sondern sich für einen ausführlichen Vergleich Zeit nehmen. Vor allem kommt es nämlich auf die Qualität und die Beständigkeit einer Solaranlage an. Die einzelnen Komponenten und ihre Verarbeitung sowie auch die Montage gestalten sich von System zu System unterschiedlich. Um einen ersten Anhaltspunkt für eine Kalkulation zu haben, empfiehlt sich die Nutzung eines kostenlosen Photovoltaik-Rechners im Internet. Hier lassen sich die durchschnittlichen Kosten berechnen und man kann sich auf Grundlage dieser bei verschiedenen Fachfirmen erkundigen. Es lohnt sich, Angebote immer wieder zu vergleichen – letzten Endes sollte aber nicht der Preis das ausschlaggebende Kriterium sein, sondern vielmehr die Qualität und die Art des Systems. Hierbei gilt es anzumerken, dass die durchschnittlichen PV Anlage Kosten je kWp bei zunehmender Dimension der Solaranlage geringer ausfallen.

Welche Faktoren bestimmen die Solarenergie Kosten bei einer Photovoltaikanlage?

Einer der wichtigsten Faktoren, die den Preis einer Solaranlage nachhaltig beeinflussen, ist die Wahl des Solarmoduls sowie auch die Dimension der Anlage an sich. Doch auch zusätzliche Geräte, eine fachmännische Montage sowie auch andere Faktoren vor Ort haben Einfluss auf den Preis. Weiterhin kommt es darauf an, von welcher Marke die Solarmodule sowie auch der Wechselrichter stammen und ob diverse Extras bereits inbegriffen sind. Diese können beispielsweise ein Netzanschluss, das Gerüst zur Installation, ein Datenlogger zur Überwachung der Anlage sowie ein Zählerschrank sein. All diese Aspekte verursachen natürlich ebenfalls Kosten und sollten berücksichtigt werden.

Abhängig vom jeweiligen Anlagen für Solaranlagen kann der Preisunterschied am Ende mehr als 10 % ausmachen – das sind schnell mehrere tausend Euro. Beachtet werden sollten vor allem die Kosten für das Gerüst und den Netzschluss, denn diese können den Preis deutlich in die Höhe steigen lassen. Daher sollte ein Angebot diese Faktoren bereits beinhalten, um später keine böse Überraschung zu erleben. Bei auffällig preiswerten Angeboten sollte man daher in keinem Fall sofort zuschlagen, sondern erst ganz genau prüfen, was im Preis enthalten ist und welche Kosten unter Umständen noch hinzukommen.

Woraus setzen sich die Solaranlagen Kosten im Einzelnen zusammen?

Die Installation einer Photovoltaikanlage sowie die eigentlichen Photovoltaik Kosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen, die unterschiedlich großen Einfluss auf den Preis haben. Diese stellen wir Ihnen nachfolgend genauer vor.

Solarmodule

Eine Photovoltaikanlage setzt sich aus zahlreichen Solarmodulen zusammen, die auf dem Dach installiert werden und letzten Endes zusammen den Solargenerator darstellen. Sie stellen noch immer den größten Kostenfaktor einer Solaranlage dar und machen bis zu 50 % der Gesamtkosten aus. Wichtig ist, zwischen mono- und polykristallinen Modulen zu unterscheiden. Darüber hinaus gibt es noch Dünnschichtmodule, die allerdings in der heutigen Zeit kaum noch auf dem Markt vertrieben werden.

Da es inzwischen verschiedene Herstellungsmethoden und spezielle Eigenschaften gibt, gibt es zum Teil deutliche Leistungs- und Preisunterschiede zwischen den Solaranlagen. Die Einkaufskosten für Solarmodule betragen mittlerweile weniger als 500 Euro je kWp. Tendenziell sind die Preise in den vergangenen Jahren immer niedriger geworden. Die Gründe dafür sind vor allem auf den wachsenden Wettbewerb zwischen den Anbietern auf der ganzen Welt zurückzuführen. Die preiswertesten Angebote offerieren derzeit asiatische Hersteller, die Module für Photovoltaikanlagen bis zu 20 % günstiger verkaufen können.
Prinzipiell ist es vollkommen in Ordnung, sich für einen asiatischen Hersteller zu entscheiden, sofern die IEC-Norm 61215 gewährleistet ist.

Wechselrichter

Ein Großteil der heutzutage betriebenen Haushaltsgeräte funktioniert mit Wechselstrom. Weil Photovoltaikmodule aber Gleichstrom herstellen, ist ein Wechselrichter zur Umwandlung erforderlich. Bei einer größeren Anlage kann es auch der Fall sein, dass mehrere Wechselrichter erforderlich sind. Wie hoch die Kosten dafür sind, hängen primär mit der erreichten Leistung zusammen. Der Wechselrichter kann bis zu 20 % der Gesamtausgaben ausmachen und kostet durchschnittlich zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Montage

Ehe eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen werden kann, muss sie zunächst auf dem Dach installiert werden. Neben den Kosten für die Module, den Wechselrichter und andere Komponenten fallen daher auch Ausgaben für die Montage an. Diese hängen wiederum von der Größe der Anlage, dem zu installierenden Schienensystem sowie auch von der Grundkonstruktion und der Verkabelung ab. Es ist von größter Wichtigkeit, die Kabel korrekt zu verlegen, damit Verluste bei der Gewinnung von Energie vermieden werden. Grundsätzlich gilt: Je größer die Photovoltaikanlage und je mehr Kabel dementsprechend verlegt werden müssen, desto höher sind auch die Montagekosten. In diesem Zusammenhang einkalkuliert müssen auch Ausgaben für Laderegler, Netzanschluss und Stecker, wodurch noch einmal rund 1.000 Euro zusammenkommen können. Das Wichtigste ist allerdings, dass die Montage immer von einem Experten durchgeführt wird –
denn nur, wenn alles korrekt installiert ist, dann die Photovoltaikanlage reibungslos arbeiten und so auch gute Erträge liefern.

Photovoltaik Speicher

Nicht berücksichtigt in den allgemeinen Kosten sind die Ausgaben für einen optionalen Photovoltaik-Speicher. Dieser muss nicht zwingend installiert werden – die Anlage funktioniert auch ohne ihn – allerdings kann mit ihm fast der ganze Solarstrom selbst im Haus verwendet werden. Fast alle neuen Solaranlagen werden in Deutschland mittlerweile automatisch mit einem Solarstromspeicher ausgeliefert, der mit Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro zu Buche schlägt. Allerdings sind die Preise auch hier eher günstiger geworden, zudem gibt es Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, so dass die Solaranlage keine allzu teure Anschaffung mehr sein muss.

Laufende Kosten

Sobald eine Photovoltaikanlage erst einmal auf dem Dach installiert worden ist, kann es losgehen und man kann seine eigene Solarenergie produzieren. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass es mit den Anschaffungs- und Montagekosten einer Solaranlage nicht getan ist. Es fallen darüber hinaus auch laufende Kosten pro Jahr an, welche im Durchschnitt 2 bis 3 % der Anschaffungskosten ausmachen. Laufende Kosten sind unter anderem Ausgaben für die Versicherung, für die Wartung, die Reparatur oder auch die Reinigung. Hinzu kommen jährliche Gebühren für die Miete des Stromzählers, an dem angezeigt wird, wie viel Energie von der Solaranlage in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Solaranlage Preis verringern: Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Photovoltaikanlagen?

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren zu lassen, muss die Kosten in vielen Fällen nicht ganz aus eigener Tasche bezahlen, sondern kann auf unterschiedliche Fördermöglichkeiten zurückgreifen. Nicht nur deshalb haben sich in den letzten Jahren mehr und mehr Menschen für Solarenergie entschieden, da die Förderungen teilweise viele tausend Euro sparen.

Ein wichtiger Faktor, der die Attraktivität von Solaranlagen in den vergangenen Jahren drastisch erhöht hat, war ohne Zweifel die Einspeisevergütung. Für jede Kilowattstunde an Energie, den Solarstromproduzenten mit ihrer Anlage in das öffentliche Stromnetz einspeisen, bekommen sie eine Vergütung. Nicht nur lassen sich damit die eigenen Energiekosten reduzieren, auch die Einspeisevergütung bringt letzten Endes ein Ersparnis mit sich.

Bund und Länder bieten Hausbesitzern für die Installation von Photovoltaikanlagen auch konkrete Fördermöglichkeiten an. Mit Hilfe einer Finanzierung der KfW-Bank können sich Hausbesitzer bei der Planung eines Solarspeichers Zuschüsse sichern, welche bis zu 4.000 Euro betragen können und somit jede Menge Geld sparen. Darüber hinaus gibt es spezielle Solarkredite, bei denen die Anlage sozusagen über die Einspeisevergütung selbst abgesichert wird und kein Grundbucheintrag nötig ist. Für genauere Fördermöglichkeiten ist es Hausbesitzern, die eine Solaranlage planen, anzuraten, sich bei ihrer Gemeinde oder der dafür zuständigen Behörde nach weiten Zuschüssen zu erkundigen. Häufig werden diese über die einzelnen Kommunen geregelt und variieren daher von Region zu Region.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Planung und Installation einer Photovoltaikanlage natürlich mit Kosten verbunden ist – allerdings darf man sicher sein, damit nicht nur langfristig im laufenden Betrieb Geld zu sparen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.